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Berufsorientierung einmal ganz anders Drucken E-Mail

Nach einer kleinen Begrüßung und Einstimmung, die durch die Schülerfirma erfolgte, erhielten alle Teilnehmer einen Laufzettel. Dieser diente als Grundlage für die anschließende Auswertung, in der jeder Schüler ein individuelles Fähigkeitsprofil erstellen sollte. Um den Gender-Aspekt zu berücksichtigen wurde der Praxisparcours in zwei Durchgängen jeweils getrennt nach Mädchen und Jungen durchgeführt. Besonders die Mädchen sollten auf diese Weise ihre Fähigkeiten im technischen Bereich entdecken und dabei unterstützt werden. So probierten die Schülerinnen an 23 verschiedenen Modulen in der Aula selbstständig einfache berufliche Tätigkeiten aus, während die Jungen ihr Wissen um ihre berufsbezogenen Fähigkeiten und Interessen theoretisch vertieften.

In der Aula herrschte während der zweistündigen „Ralley“ ein reges Gewusel. Einigen bot der kleine Einblick in die Berufswelt eine klare Entscheidungshilfe für das Schülerbetriebspraktikum. Sina (8.5) machte an dem Modul „Technisches Arbeiten mit Computern“ die Erfahrung, dass sie „nie einen Beruf mit Computern“ ausüben möchte. Aber vielleicht entscheidet sie sich später einmal für einen Handwerks- oder Ingenieurberuf, denn bei dem Nachbau der Leonardo Brücke bewies sie viel Geduld und Fingergeschick.


Mit Fingerspitzen Gefühl zum Erfolg

Bei dem Gestalten einer Mütze fand Maria (8.4) ihre Stärken in Gestaltung und Genauigkeit heraus. Diese Fähigkeiten seien wichtig in Berufen wie Mediendesignerin oder Mode- und Designmanagerin, erklärte ihr eine freundliche Schülerin von SeSam, die den Stand eigenständig betreute.


Die gesamten Module wurden von den „Angestellten“ von SeSam selbst entwickelt. Auch viele weitere Aufgaben in der Firma übernehmen die 8. bis 10. Klässler, wie zum Beispiel Buchhaltung und Verwaltung. Dabei werden sie geleitet von Frau Büschgens, die die Schülerfirma vor sechs Jahren, angeregt durch einen Stand des Technikzentrums auf der Messe in Hannover, ins Leben gerufen hat. Seitdem trifft sich die engagierte Gruppe wöchentlich im Rahmen des Projektunterrichtes 'Polis' und plant die Besuche an Schulen in Hannover, Hildesheim und Umgebung.

Sven Müller, kommissarischer Fachbereichsleiter Arbeit/Wirtschaft-Technik, hatte die Veranstaltung organisiert.

Herr Sven Müller beim Unterstützen, der nicht immer ganz einfachen Aufgaben

Er hat seine Lehrerausbildung an der Krüger-Adorno-Schule abgeschlossen und währenddessen die Schülerfirma SeSam gemeinsam mit Frau Büschgens betreut und weiterentwickelt. Die positive Resonanz, die SeSam während dieser Zeit erhalten hat, und das gute Konzept, hatten ihn veranlasst die Dienstleistung der Schülerfirma in Anspruch zu nehmen. Die entstandenen Kosten in Höhe von ca. 700€ werden zum Teil von der Schule, vom Jahrgang als auch vom Fachbereich AWT übernommen.

Insgesamt hat den SchülerInnen der Projekttag viel Spaß gemacht und einige haben bei der Bearbeitung der Module ganz neue Talente entdeckt. Deswegen möchte Herr Müller das Projekt „Praxisparcours“ gerne als jährliche Veranstaltung im 8. Jahrgang etablieren.

Nina Graßnick