| Exkursion in eine faszinierende Welt über und unter Wasser |
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Anschauen können Sie sich die Broschüre, die über das Baltic-Sea-Project des Jahres 2009 und die Korsikaexkursion des gleichen Jahres  berichtet, hier (große Datei ~5MB, bei langsamer Internetverbindung kann die Darstellung einen Moment dauern).   Faszinierendes Leben über und unter WasserIm Juni und im Oktober dieses Jahres fanden zwei Exkursionen von Schülerinnen und Schülern der Robert-Bosch Gesamtschule an die Ostsee und das Mittelmeer statt. Die Fahrt an die Ostsee widmete sich der Untersuchung des Lebensraumes rund um die Insel Aarö im Kleinen Belt in der dänischen Südsee. Hier leben die außergewöhnlichen Schweinswale. Ihr Lebensraum ist durch Einleitungen und Fischfang sehr gefährdet. Neben Wasseruntersuchungen wurden biologische und historische Aspekte des Raumes bearbeitet, und auch das Verhältnis zwischen den Dänen und der deutschen Minderheit in Schleswig ist ein wesentlicher Teil der Arbeit gewesen. Erstmalig wurde bei dieser Exkursion auch in größerem Umfang getaucht. Zwölf der dreißig teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hatten zuvor im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Schule in einem einjährigen Kurs ihre Tauchlizenz erworben.
![]() Schweinswale gesichtet!
Die Fahrt nach Korsika fand im Oktober statt. Hierzu waren speziell die Schülerinnen und Schüler eingeladen, die erfolgreich an dem Tauchkurs teilgenommen hatten und die sich bereits auf Aarö mit meeresbiologischen Fragestellungen auseinander gesetzt hatten. Die Fahrt führte nach Porta an der korsischen Westküste. Hier gibt es den großen Meeresnationalpark Scandola. Dieser Nationalpark ist seit 1983 Weltkulturerbestätte. Ähnlich wie auf Aarö ging es auch auf Korsika um die konkrete Anschauung und Erfassung von Lebewesen im und am Meer. Dazu wurden vielfältige Wasseruntersuchungen durchgeführt, es wurden die dort vorkommenden Arten bestimmt und es wurden ökologische Zusammenhänge erörtert. Anders als auf Aarö sind es nicht die Delphine, die in Korsika gefährdet sind. Vielmehr leiden die Seegraswiesen unter den Einflüssen des Menschen und unter einer konkurrierenden Pflanzenart. Dadurch ist die Ökologie des Mittelmeeres gefährdet. Natürlich stand auch die Auseinandersetzung mit den Menschen und ihrer Geschichte im Fokus, und ebenso wie Schleswig ist auch Korsika durch das Verhältnis der Minderheit aller Korsen und der Mehrheit der Franzosen geprägt.
![]() Bunte Artenvielfalt unter Wasser entdecken
Insofern sind die didaktischen und pädagogischen Ziele beider Expeditionen auch gleich. Zunächst einmal sollen die Schülerinnen und Schüler ökologische Großlebensräume des Meeres dadurch konkret erfahren, dass sie Pflanzen und Tiere bestimmen und deren Beziehung untereinander erarbeiten. Es geht hier um konkrete Biologie. Weiterhin steht die Gefährdung dieser Lebensräume durch den Menschen im Zen-trum der Arbeit vor Ort. Neben dem Erwerb von Wissen und Fertigkeiten geht es – auch vermittelt durch die Schönheit der Landschaft und die Besonderheit der Lebewesen – bei diesen Expeditionen vor allem um eine positive Einstellung zur Natur. Nur wenn wir die Natur auch emotional schät-zen, können wImir sie mit unserem Wissen bewahren. Ein weiterer Aspekt ist der Mensch, der diese Räume bewohnt und dessen Lebensweise sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Deshalb beschäftigten wir uns mit der Geschichte Schleswigs ebenso wie mit der Geschichte Korsikas. War es in dem einen Fall der Reichskanzler Otto von Bismarck, so sind es auf Korsika Napoleon Bonaparte, aber vor allem Pascal Paoli, auf die sich unser Augenmerk richtete. Interessant war es auch direkt zu erfahren, in welcher Weise heutzutage sowohl in Schleswig wie auch in Korsika die historisch bedingten Spannungen zwischen Deutschen und Dänen bzw. zwischen Korsen und Franzosen noch vorhanden sind. Dass solche Fahrten, bei der die Schül-erinnen und Schüler einen großen Teil der Organisation auch selbst mittragen müssen, auch ein interessanter Gruppenprozess ist, versteht sich von selbst…
![]() Völlig neu für unsere Schule war die Tatsache, dass erstmals Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft einen offiziellen Tauchschein erworben haben, relativ geschlossen an diesen Fahrten teilgenommen haben und dass die Technik des Tauchens für meeresbiologische Freilanduntersuchungen ein-gesetzt wurde. Hier verbindet sich Sport und Fachwissenschaft auf sehr gute Weise. Die Faszination der Unterwasserwelt bestärkt die Absicht ,bei den Schülerinnen und Schülern durch die Schönheit der Natur eine positive Einstellung zur Bewahrung unserer Mitwelt zu erzeugen. In den nächsten Jahren könnte dieser interessante Bereich von Schule aus meiner Sicht durchaus noch weiter entwickelt werden. Insgesamt handelt es sich bei diesen Expeditionen um ein fächerverbindendes Projekt auf ansprechendem fachlichen Niveau. Es geht um Bildung im traditionellen Sinne. Es war eine schöne Erfahrung so zusammen zu arbeiten. Dank gilt den beteiligten Betreuern ebenso wie den Sponsoren, die es ermöglicht haben, die Kosten für diese Fahrten so zu gestalten, dass wirklich alle Schülerinnen und Schüler an ihnen teilnehmen konnten.
Wilfried Kretschmer
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