Hospitationsbesuch gibt Stipendiaten aus Rostock Anregungen
„Ich habe viele Anregungen mitgenommen für Vorhaben, die bei uns in der nächsten Zeit zu kommunizieren sind.“, erklärt Bert Schröder, stellvertretender Schulleiter des Erasmus-Gymnasiums in Rostock, begeistert. Herr Schröder und Sandra Bartsch, Teamleiterin 10 am Erasmus-Gymnasium, konnten vom 12. bis 14. Januar als Stipendiaten der Robert Bosch Stiftung den Alltag der Robert-Bosch-Gesamtschule erleben. Die Robert Bosch Stiftung vergibt im Rahmen der Akademie des Deutschen Schulpreises in Zusammenarbeit mit ihren Preisträgern jährlich bis zu 100 dieser Hospitationsstipendien.
Nachdem die beiden Kollegen ein paar Problemfelder im Bereich der Teamarbeit und der Organisation des Ganztagsangebots an ihrer Schule festgestellt hatten, wollten sie Ideen sammeln. Sie erhoffen sich dadurch die Bereitschaft zur Veränderung und den Enthusiasmus in ihrem Lehrerkollegium wieder stärken zu können. Da sich das Erasmus-Gymnasium ebenfalls schon einmal für den Deutschen Schulpreis beworben hatte, waren ihnen die Hospitationsstipendien bekannt. Die Auswahl der Hospitationsschule fiel ihnen leicht, weil die Robert-Bosch-Gesamtschule ebenfalls eine Ganztagsschule ist und in der Jahrgangs- sowie Stufenarbeit in Teams organisiert ist. Außerdem interessierten sie sich für die Vorgehensweise der Robert-Bosch-Gesamtschule beim Aufbau einer Schwerpunktsetzung im Bereich der MINT-Fächer in den nächsten Jahren. Das Erasmus-Gymnasium ist selbst schon seit 10 Jahren Mitglied im MINT-EC, einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Excellence-Center.
Der Stipendiaten-Besuch begann am Dienstag mit einer Informationsveranstaltung, in der die Stipendiaten in die Leitsätze und das Schulkonzept der Robert-Bosch-Gesamtschule eingewiesen wurden. Die zwei weiteren Tage verbrachten die Besucher in verschiedenen Unterrichtsstunden in der Sekundarstufe 1 sowie in der Sekundarstufe 2. Dabei bekamen sie einen Einblick in Standardfächer wie Mathematik, hatten aber auch die Möglichkeit Sonderstunden, wie die Gruppen- und Arbeitsstunden, kennen zu lernen. Diese Sonderstunden überzeugten sie vor allem, da sie schülerbezogen ausgelegt und somit sehr sinnvoll für die Schüler sind. Die darauffolgenden Gespräche mit den Klassenlehrern und Stufenleitern gaben ihnen tiefere Einblicke in die Schulstruktur und Anregungen für ihre eigene Schulentwicklung.

In verschiedenen Diskussionen erkannten sie die Ausbaufähigkeit in denselben Bereichen an beiden Schulen. So ist zum Beispiel die Innovativität und Änderungsbereitschaft in der Sekundarstufe 1 stärker ausgeprägt, als in der Sekundarstufe 2. Diese Differenz in der Ausprägung ist jedoch auf die Zwänge des Zentralabitur zurückzuführen. Des Weiteren ist auch ihnen die Einbindung der Schülervertretung der Sekundarstufe 1 noch nicht ganz gelungen. Außerdem interessierte sie die Notengebung an der Robert-Bosch-Gesamtschule, jedoch lässt sich dieses Konzept an ihrem Gymnasium nicht umsetzen.
Sofort ist ihnen die räumliche Ausrichtung der Schule positiv aufgefallen, die mit der Eingangshalle beginnt und sogleich ein wohliges Befinden bei den Stipendiaten hervorgerufen hat. Des Weiteren hat der Besuch sie dazu bewogen einen Vorhabenkatalog anzulegen, mit dem sie nun nach Rostock zurückkehren. Dort haben sie drei Hauptvorhaben niedergeschrieben, die sie, angeregt durch den Besuch an der Robert-Bosch-Gesamtschule, in der nächsten Zeit umzusetzen versuchen werden. So soll in den verschiedenen Gremien eine Ziel- und Aufgabenklärung durchgeführt werden. Dieser Konsensprozess wird schließlich festlegen, wie Beschlüsse in Zukunft gefasst werden. Außerdem möchten sie gerne Jahresarbeitspläne einführen, die vor Beginn jedes Schuljahres erstellt werden und einen genauen Zeitplan für jeden Jahrgang darlegen. Ebenfalls gefällt Ihnen das Gruppenstundenangebot, das sie versuchen in Kooperation mit der Universität Rostock und einer Berufsschule für Sozialberufe ähnlich anzubieten.
Insgesamt haben Herr Schröder und Frau Bartsch den Besuch als sehr wertvoll empfunden, weil sie wissen, wie groß die Belastung einer Preisträgerschule hinsichtlich solcher Hospitationsbesuche ist und sie dennoch sehr freundlich empfangen wurden. Alle Lehrer und Schüler sind Ihnen nett, offen, sowie ehrlich gegenübergetreten und waren stets bemüht, den Gästen alle Fragen zu beantworten.
Die beiden Stipendiaten hinterließen einen engagierten, sowie aufgeschlossenen Eindruck. Abschließend erklärte Sandra Bartsch: „Ich bin beruhigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“ So hat die Hospitation unserer Schule nicht nur zu zwei Köpfen voller Ideen geführt, sondern auch die Motivation gestärkt.
Nina Graßnick

Twitter
Myspace
Mister Wong
Digg
Del.icio.us
Furl
Yahoo
Technorati
Googlize this
Blinklist
Facebook
Wikio


