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Studienfahrt des 11. Jahrgangs nach Årø Drucken E-Mail

Wir kescherten, siebten und notierten

 

Sonnenschein, 25 °C und die Zelte waren noch nicht aufgebaut. Nach den Quälereien durch ein Stangenchaos standen sie irgendwann doch. Daraufhin war erstmal eine wohlverdiente Pause in der Sonne gestattet und nach der ersten Besprechung ging es ans Meer zu Lagerfeuer und Co.

Das folgende Wochenende bestand aus Wassersport, Spaß und Strand. Das Wetter schien uns nicht im Stich zu lassen und es gab die Möglichkeit zu tauchen, mit den Booten zu fahren, auf der Banane zu reiten, für Wasserski oder einfach nur in der Sonne zu liegen. Somit war für jeden etwas dabei.

Beim Tauchen sah man die Vielfalt der Ostsee. Wir erspähten tellergroße Krebse und Seesterne, aber auch mit kleinen Fischen war zu rechnen. Nur leider war das Wasser alles andere als warm, denn es war 14 °C kalt.

 

 

Nach dem entspannten Wochenende ging es an die Arbeit. Dazu bildeten wir fünf Gruppen, die jeden Tag einen anderen der vier Themenbereiche bearbeiteten, welche jeweils am folgenden Morgen vorgestellt wurden.

Einerseits fuhr eine Gruppe mit Herrn Kretschmer und/oder Herrn Binsteiner mit den beiden Booten „Speedy“ und „Explorer“ Schweinswale suchen um sie zu beobachten. Was auch relativ erfolgreich war, denn eine Gruppe sichtete sofort eine kleine Familie mit einem Jungtier. Allerdings erschwerte die anfangs aufgewühlte See eine häufigere Sichtung, wobei Wellen manchmal wie Schweinswalflossen aussahen und umgekehrt. Nach der festgelegten Tour ging es mehrmals nach Assens, einer kleinen Fährstadt auf Fyn, wo wir unsere benötigten Nahrungsmittel aufstocken konnten, denn Selbstversorgung war angesagt. Somit waren Kochen und auch Abwaschen Pflicht für jede Gruppe.

Ein weiterer Programmpunkt war die Flachwasseruntersuchung in der Babybucht. Hier ging es darum, die dort lebenden Tiere und Pflanzen zu finden, zu identifizieren und quantitativ zu erfassen und die ermittelten Daten dem „ Baltic-Sea-Project“ der UNESCO zu übermitteln. Dazu steckten wir Quadrate in der Bucht ab, die 50 x 50 Meter groß waren. In diesen Quadraten steckten wir erneut 7 x 7 Meter große Zufallsquadrate ab. Darin käscherten, siebten und

notierten wir alles, was uns in die Finger kam und sich in unser Sieb geschlichen hat.

Besondere Funde wurden vorübergehend in unser artgerechtes Aquarium umquartiert und dann am folgenden Tag natürlich wieder freigelassen.

Eine weitere Gruppe erkundete mit Herrn Thiesen die Insel. Dabei wurden Steine und Pflanzen gesammelt und Vögel beobachtet. Diese Daten sammelten wir auch nach den Richtlinien des „Baltic Sea Project“. Dabei suchte jedoch jede Gruppe einen anderen Teil der Insel ab und die landschaftliche Vielfalt der Insel wurde uns dabei bewusst. Denn Årø besteht aus Weideflächen, Wohngrundstücken und auch natürlich aus den verschiedensten Strand- und Küstenvariationen.

Wenn Herr Binsteiner nicht gerade mit uns auf hoher See war, fuhr er, je nach Wetterlage mit dem Boot oder mit dem Bus nach Harderslev, wo er uns bei einer Stadtführung die Beziehung zwischen Deutschen und Dänen darlegte. Wir besuchten die Domkirche und konnten viele deutsche Inschriften mit Interesse studieren. Wir erkannten auch hier, dass Deutsche und Dänen trotz mehrerer Kriege in Frieden nebeneinander leben können. Harderslev bietet auch die Möglichkeit ein wenig einzukaufen und die Vorräte aufzustocken.

 

 

Leider verließ uns das Wetterglück am Mittwoch. Den Vormittag über regnete es, abends jedoch beehrte uns nochmals die Sonne.

Freitag, am Tag der Abfahrt, wurde es noch einmal anstrengend, denn es hieß die Zeltmetropole abzubauen und die Bodenplatten an ihren Lagerungsort zu tragen. Sobald das geschafft war, kam der Bus aus Hildesheim, und es hieß Sack und Pack in den Laderaum zu befördern, danach bloß in den Bus hinein und von der Schwerstarbeit ausruhen. Wäre da nur nicht der Elbtunnel gewesen, wären wir auch früher in Hildesheim angekommen. Aber nein, wir standen ca. zwei Stunden, gefühlte sechs Stunden, vor dem Elbtunnel im Stau.

Erschöpft, aber glücklich kamen wir gegen 22 Uhr in Hildesheim an und suchten unsere sieben Sachen und fuhren nach Hause.