| Ski total -Schüler der Robert-Bosch-Gesamtschule |
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Freitagabend, 22.00 Uhr: 26 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrer stehen erwartungsfroh am Reisebus. Start zum alljährlichen Skikurs der Robert-Bosch-Gesamtschule. Seit über 20 Jahren fahren einmal im Jahr bis zu 30 Jugendliche für neun Tage in die Berge, begleitet von ihren Sportlehrern Helmut Wolff, Bernhard Kaiser und Ulrich Meisner. Ziel, wie schon in den letzten Jahren, war die Hintermaisalm inmitten des Skigebiets von Saalbach/Hinterglemm im Salzburger Land. Auf einer Hütte in 1300 Metern Höhe stehen nicht mehr Mathematik, Deutsch oder Englisch auf dem Stundenplan, sondern Parallelschwung. Der Teilnehmerkreis ist bunt gemischt, von totalen Anfängern, die zum ersten Mal in einen Skischuh steigen, bis zu Könnern, die es mit jeder schwarzen Piste aufnehmen. Altersklassen wie in der Schule gibt es hier nicht. Unterschieden wird nach dem Fahrkönnen: Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 12 lernen zusammen und voneinander, was im herkömmlichen Schulbetrieb viel zu selten stattfindet. Auch die Lehrer werden wieder zu Schülern, zum Beispiel, wenn sie sich, unterstützt von ihren "Snowboardexperten", auf dieses Brett stellen! Dank der intensiven Schulung durch Hellmuth Wolff - mittlerweile auch bei den Einheimischen als der deutsche Skilehrer bekannt, der aber auch jedem noch so "schwierigen" Fall das Skifahren beibringen kann - können am dritten Tag alle, auch die ehemaligen Totalanfänger, das riesige Skigebiet von Saalbach/Hinterglemm mit seinen 62 Liften und über 100 Pistenkilometern erkunden. Höhepunkt und Abschluss war auch in diesem Jahr die sogenannte Talrundfahrt, einmal rund ums ganze Skigebiet, diesmal mit Freiluftdisco auf 2000 Metern Höhe, ein Indiz dafür, dass auch der Zeitgeist die ehemals anschaulichen Alpentäler längst eingeholt hat! Die Kosten für so einen Aufenthalt - ca. 450 Euro alles inklusive - bleiben noch im Rahmen, besonders wichtig für eine Schule wie die Robert-Bosch-Gesamtschule, deren Schülerschaft überwiegend aus weniger begüterten Elternhäusern stammt. Um so wichtiger ist, auch diesen Kindern dieses einmalige Erlebnis von Sport in der Natur zu ermöglichen. Nicht verschwiegen werden soll, dass auch gerade eine Schule wie die Robert-Bosch-Gesamtschule, welche sich dem Umweltgedanken verpflichtet fühlt, sich dem Problem Skifahren und Umweltbelastung stellen muss. Umweltkunde und das richtige Verhalten in der freien Natur stehen auch auf dem Stundenplan, zwei ältere Schüler haben Wasserproben aus dem Flüsschen Schwarzach genommen, diese werden im Rahmen des Expo-Projekts "Wasser" der Robert-Bosch-Gesamtschule auf ihre Schadstoffe hin untersucht. Zudem haben diesmal alle Schülerinnen und Schüler an einer Informationsveranstaltung des Saalbacher Tourismusverbandes teilgenommen, in der die Bemühungen vor Ort erläutert wurden, auch in den touristischen Hochburgen der Alpen den "sanften" Tourismus zu fördern. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es in all den Jahren, in denen die Robert-Bosch-Gesamtschule schon dieses Skivergnügen durchführt, noch nie zu einem ernsthaften Unfall gekommen ist - eine Tatsache, die von der umsichtigen Leitung durch die begleitenden Lehrer zeugt und diese auch ein bisschen stolz macht.
Ulrich Meisner
2010
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