Was versteht man unter nachhaltiger Entwicklung, was hat Einfluss auf sie und was kann man gegen den globalen Klimawandel tun? Um diese Fragen zu diskutieren und mehr über die nachhaltige Entwicklung zu lernen, nahmen wir, eine kleine Delegation bestehend aus vier Schülern und einem Lehrer unserer Schule, vom 15. bis 20. April 2007 an einem Kongress im Gymnasium in Nacka (Stockholm, Schweden) teil. Zwischen den Ostseeanrainerstaaten findet regelmäßig dieser Austausch zwischen Schulen und Universitäten im Rahmen des Baltic-Sea-Projects (BSP) statt. Dieses Jahr lautete der Leitgedanke der Seminare und Tagungen „Vision and Tradition - in the spirit of Linné towards a sustainable Baltic“. Schüler und Lehrer aus allen baltischen Staaten trafen sich hier, um mehr über das Thema des globalen Klimawandels zu lernen und ihre Meinungen darüber auszutauschen.
Wir durften fünf Tage lang an Seminaren, Vorlesungen und Workshops zum Thema „Education for sustainable development“ teilnehmen, die von Wissenschaftlern, Pädagogen, Studenten und Schülern verschiedener Schulen und Universitäten wie zum Beispiel der Universität Sankt Petersburg und des Nacka Gymnasiums gehalten wurden. Vom ersten Tag an wurde unsere kleine Fünfergruppe aufgeteilt, und wir mussten alle in national durchgewürfelten Gruppen die Seminare durchlaufen. Es gab verschiedene Museumsgruppen, sowie verschiedene Seminargruppen, die alle unterschiedlich gemischt waren. So lernten sich alle 80 Teilnehmer kennen, und man konnte sich nicht in seiner Muttersprache unterhalten, sondern musste in der Seminarsprache Englisch sprechen, denn im Mittelpunkt dieser Konferenz stand auch die Völkerverständigung. Teils getrennt, teils gemeinsam besuchten Lehrer und Schüler die Veranstaltungen und wurden mit konkreten Fragen in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht konfrontiert wie z. B. :
Ist es ökonomisch sinnvoll, ein Ökosystem bis zur Zerstörung auszubeuten? Beeinflusst Migration die nachhaltige Entwicklung? Muss es wirklich sein, dass der Fisch, nachdem er gefa
ngen wurde zwei mal erhitzt, zwei mal tief gefroren und tausende von Seemeilen nach China hin- und zurücktransportiert werden muss, bevor er auf unseren Tellern landet.
Die Diskussionen über so wichtige Themen wie diese wurden durch nicht immer gleiche Ansichten der verschiedenen Herkunftsländer angeregt.
Neben dem eigentlichen Programm der Tagung hatten wir ein umfangreiches kulturelles Programm zu absolvieren. Highlights hierbei waren der Königliche Palast, die Nobel-Stätten und das Vasamuseum.
Das Beiprogramm wurde von Schülerinnen des Nacka Gymnasiums betreut. Die Schule verfügt nämlich über einen Tourismuszweig.
Einige Schülerinnen aus diesem Zweig halfen uns dabei, die Stadt zu erkunden, und wir bekamen hiermit auch einen Einblick in das Alltagsleben der Stockholmer. Die Schülerinnen erzählten uns viel über das Leben der Jugendlichen in Stockholm und zeigten uns, dass es viele Unterschiede zu der deutschen Jugendszene gibt. Allerdings interessierten sie sich auch für unsere Lebensweisen, und wir berichteten ihnen aus unserem Hildesheim und von unserer Schule. Und weil wir uns so gut
verstanden, wurde gleich ein Gegenbesuch der gastgebenden Schule für das Frühjahr 2008 vereinbart.
Da auch unsere Schule von ökologischen Themen geprägt ist und sie eine Vielzahl von nachhaltigen Projekten vorzuweisen hat, fanden auch die schwedischen Medien ein hohes Interesse an den Projekten der Schule. Saskia Fröhlich bekam die Gelegenheit, im schwedischen Radio über das alljährlich auf der Insel Aarö stattfindende Sommercamp der Schule zu berichten.
Frederike Hagedorn und Marlon Jüttner mussten ebenfalls ein Interview geben, denn die schwedische Zeitung hatte auch Interesse an dem ökologischen Engagement unserer Schule gefunden. Weiterhin gehörte Malte Helmhold einer Schülergruppe an, die eine während der Tagung verfasste Resolution mit der Aufforderung, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, an eine parallel stattfindende Konferenz des Umweltministeriums übergab.
Aufgelockert wurde die Atmosphäre durch abendliche Veranstaltungen des BSP, bei denen Lehrern und Schülern Gelegenheit zum ungezwungenen Beisammensein geboten wurde.
Krönung hierbei war eine Bootstour in den Schären mit Dinner und Dancing, wobei man gemeinsam das schöne Stockholm bei Nacht genießen und sich untereinander noch besser kennen lernen konnte. Als uns dann am Freitag Abend unser zu Hause wieder entgegenwinkte, da merkten wir, dass uns diese Woche sehr viel Freude bereitet hatte und wir auch Erfahrung mitnahmen. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, in Stockholm unsere Schule zu vertreten, gemeinsam etwas über „sustainable development“ zu lernen und gleichzeitig dieses tolle Land kennen lernen zu dürfen.
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