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Projekttag „Heimat - Integration“ der unseco-projekt-schulen

 

Reflexion der Durchführung des Projekttages an der Robert-Bosch-Gesamtschule

 

1. Heimat - Integration

Reflexion des Jahresthemas in Bezug auf das Leben indigener Völker in Paraguay

 

In Kooperation mit dem Verein „Indianerhilfe in Paraguay e.V.“ erarbeiteten Schüler der Oberstufe, schwerpunktmäßig der Leistungskurs Spanisch, Aspekte der Lebenssituation und der Kultur von indigenen Völkern in Paraguay.

Dazu gab es eine sehr beeindruckende Ausstellung mit Bildern und Texten zum Thema, die durch die freundliche Unterstützung des Vereins „Lebenshilfe in Paraguay e.V.“ ermöglicht wurde.

Zum Abschluss fand in der Diskussionsreihe „Forum“ unserer gymnasialen Oberstufe eine Veranstaltung in der Aula mit kompetenten Referenten statt.

Einen guten Einblick in diese Aktivitäten bietet der Artikel unserer Schülerin Mona Fritze, den wir hier wiedergeben:

 

„Das Land, von dem man eigentlich nie was hört“

 

„Die Jahreszeiten der Erde sind auch die Jahreszeiten der Seele und des Körpers“.

Die Menge lauscht der indianischen Weisheit, die Neele Inkermann, 13. Jahrgang der Robert-Bosch-Gesamtschule, vorträgt. Im Hintergrund laufen paraguayische Klänge.

Es ist der 11.02.08. Schüler/innen, Lehrer/innen und Gäste haben sich vor der Bühne der Robert-Bosch-Gesamtschule versammelt, um an der Eröffnung der Ausstellung „Lebenswelten - Indianer in Paraguay“ teilzunehmen.

Nachdem eine Schülerin bereits über die paraguayischen Impressionen des Alexander von Humboldt berichtet hat und eine andere Schülerin die Zuhörer durch die indianische Weisheit zum Nachdenken brachte, begrüßt der Schulleiter Wilfried Kretschmer die Gäste.

Nach einigen kurzen Informationen über das Land Paraguay stellt er den Verein „Indianerhilfe in Paraguay e.V.“ vor. Der Vorsitzende des Vereins, Gerold Buhl, hilft mit seinem Team ehrenamtlich den indigenen Völkern in Paraguay, die von der Gesellschaft ausgeschlossen und aus ihren ursprünglichen Lebensräumen vertrieben werden. Der Verein hat die Ausstellung organisiert und zusammengestellt.

„Wer sich einmal in Paraguay einige Zeit aufgehalten hat, wird einen nachhaltigen Eindruck mit nach Hause nehmen und das Gefühl verspüren, nochmals dorthin reisen zu wollen“, zitiert Lydia Höllings (UNESCO-Koordinationan der Robert-Bosch-Gesamtschule) in ihrer Rede aus dem neuen Buch „Indie Zukunft“ des Vereins „Indianerhilfe in Paraguay e.V.“.

Sie macht gemeinsam mit ihrem Kollegen Dietrich Schmidt in ihrer Ansprache zur Ausstellung die Notwendigkeit des Handelns bezüglich der Hilfe paraguayischer Ureinwohner und das persönliche Engagement der Mitglieder deutlich.

Die paraguayschen Gitarren-Klänge von Denny Adelmund geben uns einen Eindruck von den Emotionen der Indianer.

Roland Danner, zweiter Vorsitzender des Vereins, beginnt seinen Themenbeitrag mit dem Gruß der Schamanen „Mai Chaba“, was übersetzt soviel wie „geht’s dir gut?“ bedeutet. In den vier Bereichen, „Sicherung des Landes durch rechtliche Mittel“, „Verbesserung der Ernährungsgrundlage“, „Gesundheitsverbesserung“ und „Bildung“, helfen die Mitglieder des Vereins den paraguayischen Ureinwohnern.

„Es ist wichtig, dass die Indianer ihre Religion, Kultur und Lebensweise beibehalten“ erklärt der Redner. „Nichts geschieht gegen ihren Willen“.

Das Ziel der Ausstellung ist für den Professor, Manfred Zimmermann, den Zuhörern „Das Land von dem man eigentlich nie was hört“ etwas näher zu bringen. Vor allem die Probleme der indigenen Völker, die entwurzelt werden, sind vielen Menschen nicht bekannt. Durch die eindrucksvollen Fotografien der Ausstellung, die er gemacht hat, möchte er sein Ziel erreichen, denn ein Foto kann von allen Nationen „gelesen“ werden. Manfred Zimmermann beeindruckt vor allem das soziale Verhalten der Indianer. „Indianer sind kluge, intelligente Menschen und keine Wilden. Von ihnen können wir unendlich viel lernen“, sagt er in seiner Rede. Dass eine Schülerin diese Ausstellung initiiert hat, wurde erst am Schluss der Eröffnung richtig deutlich. Marlene Feindt aus dem 12. Jahrgang ist durch das Völkerkunde-Museum in Hamburg auf dieses vielseitige Land aufmerksam geworden.

Um näheres über Paraguay zu erfahren ist sie dorthin gereist und hat den Zuhörern von ihren Erlebnissen berichtet. Aus dem grauen, kalten, winterlichen Deutschland reiste sie direkt in das warme, sommerliche Paraguay. Das Rot der Straßen und der Erde und das saftige Grün der Pflanzen beeindruckten sie. Doch der Unterschied zwischen Arm und Reich dort war schockierend und vor allem zwischen der Armut in Deutschland und der in Paraguay. Kinder, die ohne Schuhe bis spät in die Nacht an der Straße stehen und Autoscheiben putzen um Geld zu verdienen. Was hier in Deutschland die Leute schockieren würde, ist in Paraguay der normale Alltag.

 

Paraguay Ausstellung

 

„Dort sterben Kinder an banalen Erkrankungen wie Durchfall“, sagt Marlene mit ernstem Blick. Dennoch beneidet sie die Menschen dort manchmal und zwar um ihre Fröhlichkeit und Freundlichkeit, mit der sie durch die Straßen gehen, trotz der schrecklichen Probleme, die sie haben.

 

Zum Ausklang ertönen wieder paraguayische Klänge und die Zuhörer schauen sich die Bilder und Texte der Ausstellung an. Sie können sich, von der Musik begleitet, die Worte der Redner in Verbindungen mit den Fotos noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Das Ziel, den Menschen „Das Land von dem man eigentlich nie was hört“ näher zubringen ist bereits bei der Eröffnung der Ausstellung gelungen.

 

2. Weitere Vorhaben aus Anlass des Projekttages Heimat

 

Neben der Reflexion der Dimensionen von Heimat in Zusammenhang mit unseren Kontakten zu Menschen aus anderen Kulturen nahmen wir den Projekttag zum Anlass Veranstaltungen und Unterrichtsvorhaben durchzuführen.

 

Mit einer Autorenlesung wurde für Schüler der Sekundarstufe I das Thema im Zusammenhang der Menschenrechte beleuchtet. Der aus Südamerika stammende Jugendbuchautor Urs Fiechtner las aus verschiedenen Texten zum Themenkreis „Recht auf Heimat – Menschenrechte in der Heimat“.

 

3. Projekttag Heimat – Integration

Teilnahme am Kunstwettbewerb der niedersächsischen UNESCO-Projektschulen

 

Das Thema ermöglichte eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Begriffen INTEGRATION und HEIMAT.

Die Robert-Bosch-Gesamtschule hatte sich mit den Beiträgen aus dem Kunst- und Religionsunterricht der Stammgruppen 5.1, 5.2 und 9.6. beworben.

Im laufenden Schuljahr entwickelten die Schülerinnen und Schüler Kunstbilder und Objekte, die individuelle Standpunkte zu diesem Fokus darstellten.

Auch die Reflexion über die politischen Dimensionen des Heimatbegriffs stand dabei im Mittelpunkt.

Das Gesamtvorhaben ist fächer- und schulübergreifend konzipiert und realisiert worden. Dreiundzwanzig UNESCO-Projekt-Schulen sämtlicher Schulformen nahmen an dieser Ausschreibung teil. Unsere Schüler aus dem 5. und 9. Jahrgang stellten ihre eigenen „Heimatbücher“ und „Heimattüten bzw. -szenen“ her, bei deren Erarbeitung sie sich sehr persönlich dem Thema näherten.

 

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Die vielfältigen Ergebnisse wurden im Lüneburger Wasserturm gezeigt und dort von einer unabhängigen Jury prämiert.

Bewertet wurden die Gesamtleistungen der Beiträge der Schulen.

Die Robert-Bosch-Gesamtschule hat zum zweiten Mal in Folge den ersten Preis des Wettbewerbs erhalten. An dieser Stelle großes Lob an die Schüler, die diese Aufgabe so vorbildlich gemeistert haben.

Nach der Lüneburger Schau wurde die Ausstellung im Neuen Rathaus von Hannover präsentiert.